Winter in Spanien & Portugal

5 Wochen in 10 verschiedenen Ländern und über 10000 Kilometer liegen hinter uns, eine Reise voller wertvoller Erfahrungen und Eindrücke, die sich nicht einfach in Worte fassen lassen. Ich werde es trotzdem versuchen. 

Rückblick 2018

Erst einmal möchte ich jedoch auf das Jahr 2018 zurückblicken, das für mich zwar ein beruflich erfolgreiches, aber kein besonderes glückliches Jahr war. Ich hatte mich mit 2 Unternehmen komplett überarbeitet und es drehte sich in meinem Leben alles nur noch um die Arbeit - für Familie und Freunde blieb keine Zeit mehr. Gegen Ende des Jahres bekam ich jedoch eine helfende Hand für meinen Hunde-Ausführservice und dann war für mich klar, dass ich sobald wie möglich raus aus dem Hamsterrad muss. Mich von dem nie enden wollenden Druck der Selbständigkeit befreien und wieder durchatmen. Doch Abschalten geht nunmal nicht auf Knopfdruck und so fiel es mir auch die ersten Wochen der Reise schwer nicht über Arbeit nachzudenken und offen für Neues zu sein. Nach und nach schlich sich dann aber immer mehr das Gefühl von Leichtigkeit ein und nach etwa 3 Wochen sagte ich zu meinem Freund: Jetzt bin ich endlich angekommen. Angekommen bei mir selber und angekommen bei unserer Reise. 

Es geht los

Besser als mit einer Reise kann man wohl kaum in ein neues Jahr und in einen neuen Lebensabschnitt starten. Jeden Tag ein neues Abenteuer, jeden Tag ein neuer Horizont, jeden Tag die Schönheit der Natur genießen. Was mir auf dieser Reise ganz besonders aufgefallen ist, ist die wahnsinnig tolle Mentalität der Spanier und Portugiesen. Wie kann man nur immer gut gelaunt sein? Bzw warum sind wir Deutschen das nicht?? Egal wohin wir kamen, wir wurden mit einem Lächeln empfangen und ich kann mich nicht erinnern in der gesamten Zeit eine einzige Person gesehen zu haben, von der eine negative Stimmung ausging. Eine kleine Anekdote dazu:

An einem Sonntagabend fuhren wir zu einer Tankstelle um Zucker zu besorgen, den gab es dort aber nicht zu kaufen. Anstatt mich mit leeren Händen gehen zu lassen, griff die Kassiererin mit beiden Händen in einen Karton unter der Kaffeemaschine und schaufelte beherzt die kleinen Zuckerpäckchen in eine Plastiktüte um sie mir dann mit breitem Lächeln zu überreichen - umsonst natürlich. Es war wirklich eine große Menge und ich wusste gar nicht wie ich ihr danken sollte. Sie winkte nur ab und lachte.  

Winter Wunderland in Slovenien

Es war leider nicht alles „rosig“ auf unserer Reise, nein unser Start war mehr als holprig. Wir waren ursprünglich auf dem Weg nach Griechenland, aufgrund von Problemen mit dem Pass meines Freundes wurden wir aber in Kroatien nicht über die Grenze gelassen. Nun gut, da saßen wir also an der kroatischen Grenze und was jetzt? Wieder nach Hause umkehren war für uns keine Option, Hauptsache ab ins Warme und da blieb uns nur der lange Weg nach Spanien und Portugal. 

 

Von Ungarn fuhren wir durch Slovenien wo ich plötzlich erkrankte. Wir nahmen uns ein Zimmer in einem Hotel in den Bergen, in dem ich mich erst einmal auskurieren konnte. Wie durch Zufall waren wir im „Winter Wunderland“ gelandet und die Landschaft um uns herum war einfach fantastisch. Nach 2 Tagen war ich wieder fit genug um Bilder zu machen und überglücklich diese magische Stimmung einzufangen. Viel zu selten haben wir in Berlin einen „richtigen“ Winter. 

Strand Isla

Aber auch nach unserem Stop in Slovenien brach die Pechsträhne nicht ab. Unsere Wasserpumpe im Wohnmobil ging kaputt und etwa zeitgleich stellten wir fest, dass sich die ausländischen Gasflaschen nicht an unseren deutschen Anschluss im Wohnmobil anschließen lassen. Sprich: Wir saßen im kalten Winter ohne Heizung und dazu noch ohne fließend Wasser da. Die Stimmung war auf dem Nullpunkt und wir waren kurz davor unsere Reise abzubrechen. Nach langer Suche fanden wir jedoch eine Gasfirma die unsere deutsche Flasche füllte, (obwohl das Füllen in Europa offiziell nicht erlaubt ist) und nach einigen erfolglosen Anfahrten fanden wir auch einen Campingladen der die gesuchte Wasserpumpe hatte.

 

Angesichts der ganzen Turbulenzen konnten wir es kaum abwarten endlich in Urlaubsstimmung zu kommen und nach mehr als einer Woche auf der Straße fanden wir diese kleine Bucht "La Playa de Isla" an der Nordküste Spaniens. Bis auf ein paar Fischer gab es keine Menschenseele und wir genossen die Ruhe und Schönheit dieser Bucht. Einer der wenigen Orte an dem wir länger als eine Nacht blieben, da er uns so gut gefiel, was man sicherlich auch an den Expressionen der Hunde sehen kann.

Nazare

Der wohl bekannteste Strand Portugals und einer der beliebtesten Surfspots in der Welt - Nazaré. Hier finden jährlich Weltmeisterschaften für „Big Wave Surfer“ statt, die auf unglaublich hohen Wellen von 20 bis 30 Metern surfen. Als wir den Strand das erste Mal anfuhren war das Meer zwar ruhig und die Wellen klein, ich konnte aber trotzdem eine große Kraft des Meeres spüren, die ich so noch nie wahrgenommen habe. Direkt vor Nazaré gibt es eine 230 km lange und bis zu 5 km tiefe Meeresschlucht, die die Ursache für die Wellenbildung ist und den Ort für Surfer aus der ganzen Welt interessant macht.

 

Auf unserem Rückweg fuhren wir Nazare ein zweites Mal an, da es an dem Tag bis zu 5 Meter hohe Wellen geben sollte. Schon zum Sonnenaufgang waren die ersten Fotografen in Position und vormittags kamen dann immer mehr Surfer, Fotografen und Schaulustige um die hohen Wellen "einzufangen". Die Surfer wurden mit Jetskis in die Wellen hineingezogen und nach dem „Ritt“ wieder rausgezogen, anders kann man diese Monsterwellen wohl auch nicht bändigen. Während die Surfer ihr Bestes gaben und gegen die Wellen ankämpften, flogen mehrere Drohnen über ihren Köpfen hinweg und es war für alle Schaulustige einfach ein riesiges Spektakel. Hier gibt es aber leider keine Bilder der Surfer zu sehen 😉

Das Schiffswrack

In der Region "Vila Nova de Milfontes" an der Westküste Portugals findet man am Strand "Patacho" ein altes Schiffswrack. Wie die meisten unserer Reise-Stops fanden wir auch das Schiffswrack durch Zufall auf Google Maps. Ich klickte mich durch die Bilder der Strände in unserer Nähe als das Schiffswrack auftauchte. Da mussten wir natürlich vorbeischauen! Eine einmalige Fotokulisse für mich und für meinen Freund als „Rost-Fanatiker“ eine Schatztruhe im wahrsten Sinne des Wortes. Gesagt, getan, standen wir auch schon auf den Klippen und sahen das Wrack unter uns.. doch wie kommen wir runter? Mit Fotorucksack und einem altem Hund war dies gar nicht so einfach, aber irgendwann schafften wir es doch mehr schlecht als recht. BiBi hatte Mühe auf den großen Steinen zu laufen und überall ragten rostige Metallteile aus dem Boden hervor. Außerdem war die Hälfte des Wracks im grellen Sonnenlicht, für meine Bilder also kaum zu gebrauchen. Mit viel Geduld und Vorsicht konnten wir aber doch einige schöne Bilder machen. Mal abgesehen von der Fotografie war es auch einfach super aufregend das alte Wrack zu erkunden. Wie alt mag es wohl sein? Wie wird das Schiff ausgesehen haben und wie ist es wohl gekentert? 

 

Nach Sonnenuntergang ging es dann wieder die Klippen hoch und zurück zum Wohnmobil. Wir waren beim Ankommen einen kleinen unbefestigten Weg hinunter gefahren um neben anderen PKWs zu parken, doch auf dem Rückweg mussten wir feststellen, dass wir diesen Weg nicht wieder hinauf kamen. Die Räder drehten durch und wir steckten im tiefen Sand fest. Es half alles nichts, wir mussten den ADAC kontaktieren und auf Hilfe warten. Da wir keine Adresse angeben konnten und der Herr vom Abschleppdienst kein Wort englisch sprach, dauerte es 3 Stunden bis er uns endlich in der Dunkelheit fand. Gott sei Dank ist man ja mit dem Wohnmobil nicht ganz so aufgeschmissen und ich konnte in der Zwischenzeit das Abendessen kochen und die Bilder vom Schiffswrack sichten. Mit Händen und Füßen wurde sich dann mit dem Abschlepper verständigt und innerhalb von ein paar Minuten hatte er uns aus dem Schlamassel gezogen. Auch dieser Herr grinste von einem Ohr zum anderen und war offensichtlich amüsiert über unsere Situation. 

 

Serra do Bussaco

Mitten in Portugal findet man den Nationalwald „Serra do Bussaco“,  in dem man sich wie in einem Märchenwald fühlt. Riesige Eukalyptusbäume säumen den Weg zu einem Palast, der heute als 5 Sterne Hotel dient. Inmitten des Waldes gibt es einen Wasserfall, neben dem scheinbar endlose Treppen in die Höhe steigen. Ein wirklich besonderer Ort in dem sonst so trockenen Land. 

Los Picos de Europa

Die „Los Picos de Europa“ ist eine Berglandschaft im Norden Spaniens. In einer Höhle findet sich dort eine kleine Kapelle unter der ein Wasserfall aus dem Berg kommt. Leider durften wir die Kapelle mit Hunden und Kamera nicht betreten, konnten jedoch Aufnahmen vor dem Wasserfall und vor der direkt daneben stehenden Basilika machen. Auf dem Weg zu den "Lago de Covadonga", mehreren Seen in den Bergen, wurden wir von den Rangern angehalten, die uns warnten, dass es auf dem Weg Schneefall gegeben hatte und wir nicht weiter fahren konnten, zumindest nicht mit dem Wohnmobil. Sollten wir nochmal in die Gegend kommen, werden wir den Seen aber sicherlich einen Besuch abstatten.

Itzurun

Am Strand "Itzurun" direkt beim kleinen Ort "Zumaia" an der Nordküste Spaniens gibt es wirklich ungewöhnliche Klippen zu bewundern. Wir fanden diesen Strand zufällig auf unserem Rückweg und waren hin und weg von den Kunstwerken die die Natur hier geschaffen hat. 

Besuch bei Natacha

Eines der Highlights und auch der letzte Stop unserer Reise war der Besuch bei Natacha und ihrer Familie im Süden Frankreichs. Natacha ist Züchterin von Altdeutschen Schäferhunden und hatte zufällig auf Facebook gesehen, dass wir nicht weit von ihr entfernt waren und ein Fotoshooting bei mir gebucht. Natacha besitzt eine Laufente, die mit ihrer Hündin Vendetta sehr vertraut ist und die beiden gaben ein wirklich besonderes Duo vor der Kamera ab. Zudem durfte ich den süßen Welpen Ours und Natachas Trick-Hündin Otsoa fotografieren.

 

Vor dem Shooting wurden wir von ihrer Familie zum Mittagessen eingeladen und ich muss ehrlich sagen, dass ich selten so eine gastfreundliche und fröhliche Familie kennengelernt habe. Eine 6 köpfige Familie mit jeder Menge Tieren, vom Papageien über Esel und Ziegen, ein Leben wie im Bilderbuch. Das Oberhaupt der Familie die humorvolle Mutter „Fifi“, servierte uns ein 3-Gänge-Menü vom Feinsten und der Wein floß, dabei war es erst Mittagszeit. Auch nach dem Fotoshooting wurden wir eingeladen und es gab Kaffee und super leckere Crêpes. Die Stimmung war ausgelassen und ich war wirklich traurig als es Zeit war zu gehen. 

Ein trauriges Ende

Weitere Bilder von unserer Reise findest du hier. Ich kann es nur jedem empfehlen Spanien und Portugal im Winter zu bereisen. Abgesehen von den angenehmen Temperaturen ist es einfach überall wunderbar ruhig und von Touristen gibt es abseits der Städte kaum eine Spur. Die Offenherzigkeit und gute Laune der Menschen lässt einen den ungemütlichen Winter in Deutschland schnell vergessen. Wir kommen auf jeden Fall wieder! 

 

Ein paar Tage nach unserer Ankunft in Berlin verstarb meine Hündin BiBi unerwartet an einem Herztumor. Nach mehr als 13 gemeinsamen Jahren war es ein harter Schlag für mich. Es war ein Geschenk des Himmels, dass wir diese wunderbare Reise noch miteinander erleben durften.